In den Fußstapfen von Käpt’n Blaubär

on

Mit 11 Jahren auf der Theaterbühne – wie Lorenz zum Puppenspiel kam.

Puppen in die Wiege gelegt zu bekommen, ist nichts Ungewöhnliches – die Kunst des Puppenspiels schon. Als Axel Bahro vor knapp 12 Jahren Vater wurde, befand  er sich mitten in einer „Käpt‘n Blaubär“ Aufzeichnungs-Staffel in Köln und hoffte, rechtzeitig zur Geburt seines Sohnes wieder daheim in München zu sein. Der professionelle Puppenspieler gehörte von Anfang an zum Ensemble des blauen Bären, der mit seinem Seemannsgarn alle Altersklassen begeistert. Meist spielte Bahro die plüschigen Hände der lebensgroßen Figur, die von insgesamt drei Figurenspielern geführt wird.

Kein Wunder, dass Sohn Lorenz mit vielen Puppen aufwuchs. Seine Eltern sind Mitglieder im  Marionettentheater „Kleines Spiel“ in München Schwabing und Lorenz war selbstverständlich mit dabei. Mutter Dorothea, die hier als Sprecherin mitwirkt, hatte das schlafende Baby bei Vorstellungen hinter der Bühne ins Tragetuch gewickelt, da war Lorenz ein halbes Jahr alt. Später verbrachte er viel Zeit in der Werkstatt, zwischen Schleifmaschine und Farbpinseln. Er lernte, wie man Klappmaulfiguren aus Schaumstoff schnitzt und Marionetten aufschnürt.

Ein Stück von der Familie – für Familien
Die Begeisterung für die Bühne führte schließlich zur ersten Kindertheaterproduktion. Bei der Suche nach einer guten Geschichte kramte man in bekannten Motiven und landete so beim ältesten Roadmovie der Welt, der Odyssee. Aus dem Helden Odysseus wurde die Süßigkeit ODYSS-EIS und samt seiner Muffingefährten soll das Paket für einen Kindergeburtstag geliefert werden . Beim Texten brachte Lorenz viele Ideen aus seiner Lebenswirklichkeit ein. Schon bei den Sprachaufnahmen 2015 kam er mit im Aufnahmestudio und lieh dem Geburtstagskind „Max“ im Stück seine Stimme. Im letzten Jahr entstand der Wunsch, selbst mit auf der Bühne stehen zu dürfen und so spielt Lorenz ab 2017 gemeinsam mit seinem Vater alle Rollen in den Abenteuern des „OdyssEis“.

Für Axel Bahro ist es eine schöne Erfahrung: „Natürlich ist man als Vater besonders stolz, wenn das Kind den eigenen Enthusiasmus für eine Sache teilt. Dabei hat Lorenz mich sehr verblüfft: Er spielt unglaublich präzise und setzt alle Tipps sofort um. Dazu kommt eine unmittelbare Begeisterung am Spiel. Das ist etwas, was vielen Erwachsenen verloren ging, obwohl sie es als Kinder noch besaßen: Sich fallen zu lassen und ganz in einer anderen Figur, einem anderen Charakter aufzugehen. Stellvertretend mit der Puppe auf der Hand funktioniert das auf eine schnelle, direkte Art, die viel Spaß macht und sehr erfüllend ist.“

Mutter Dorothea sieht durch den Nachwuchs im Ensemble einen kreativen Effekt für das Publikum: „Nach der Vorstellung schicken uns Kinder Bilder mit daheim gezeichneten und sogar nachgebauten Figuren aus dem Stück. Mit Lorenz haben sie zusätzlich eine Identifikationsfigur für das Puppenspiel. Es wäre doch schön, wenn sie das Theater mit der Motivation verlassen, zu Hause ein eigenes kleines Puppenstück zu entwickeln und dafür Figuren zu bauen.“

Lorenz freut sich schon auf seine Auftritte im Heppel + Ettlich TheaterClub an der Münchner Freiheit. Den antiken Stoff auf lustige Art zu interpretieren, macht ihm besonderen Spaß: „Ich kenne die Odyssee  inzwischen in und auswendig, auch aus der Schule. Wir hatten Homer jetzt in Latein, Deutsch und in Geschichte; da ist unsere Version mit Computerspielen, dem allmächtigen Lieferservice AMAZEUS und ATHENE als Hubschrauberpilotin ein guter Ausgleich.“

Die Abenteuer des OdyssEis und seiner Muffingefährten
Samstag, 18.3.17 um 11 h und 16 h
Sonntag, 19.3. 17 um 11 h und 16 h

im Heppel + Ettlich Theaterclub an der Münchner Freiheit

OdyssEis und seine Muffingefährten